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Retention Rate Definition
Die Retention Rate (deutsch: Mitarbeiterbindungsrate) ist eine Kennzahl, die angibt, welcher Anteil der Mitarbeiter über einen bestimmten Zeitraum im Unternehmen geblieben ist. Sie ist das Gegenstück zur Fluktuationsrate und eine der wichtigsten Recruiting KPIs, da sie direkt misst, wie erfolgreich ein Unternehmen seine Mitarbeiter langfristig bindet.
Eine hohe Retention Rate deutet auf zufriedene Mitarbeiter, gute Arbeitsbedingungen und eine starke Unternehmenskultur hin. Eine niedrige Rate hingegen signalisiert Handlungsbedarf bei Führung, Vergütung oder Entwicklungsmöglichkeiten, etwa durch fehlende betriebliche Weiterbildung.
Im deutschen Sprachgebrauch finden sich für dieselbe Kennzahl mehrere Begriffe: Mitarbeiterbindungsrate, Verbleibquote, Bindungsquote und die eingedeutschte Schreibweise Retentionsrate. Gemeint ist immer dasselbe. „Retention" allein heißt Beibehaltung oder Bindung und wird außerhalb des Personalwesens ebenso im Marketing verwendet, wo die Customer Retention Rate den Anteil der treuen Kunden beschreibt. Wenn Sie intern berichten, lohnt es, den Begriff einmal sauber zu definieren und dabei festzulegen, welche Beschäftigungsgruppen mitzählen. Ob Aushilfen, Werkstudenten und befristet Beschäftigte in die Zahl einfließen, verschiebt das Ergebnis je nach Betrieb um mehrere Punkte und macht den Vergleich mit dem Vorjahr wertlos, wenn die Abgrenzung dazwischen wechselt.
Retention Rate berechnen
Die Berechnung der Retention Rate ist unkompliziert:
Retention Rate (%) = (Anzahl der Mitarbeiter am Ende des Zeitraums / Anzahl der Mitarbeiter am Beginn des Zeitraums) × 100
Beispiel
Ein Unternehmen hat zu Jahresbeginn 200 Mitarbeiter. Am Jahresende sind noch 180 davon im Unternehmen:
Retention Rate = (180 / 200) × 100 = 90 %
Wichtig: In die Berechnung fließen nur die Mitarbeiter ein, die zu Beginn des Zeitraums bereits im Unternehmen waren. Neueinstellungen während des Zeitraums werden nicht berücksichtigt.
Retention Rate vs. Fluktuationsrate
Die beiden Kennzahlen sind komplementär: Eine Retention Rate von 90 % entspricht einer Fluktuationsrate von 10 %. Beide zusammen geben ein vollständiges Bild der Mitarbeiterbindung.
Varianten der Formel
Die Grundformel reicht für die Jahresbetrachtung. Sobald Sie genauer hinsehen wollen, brauchen Sie Abwandlungen. Für die Frühfluktuation rechnen Sie nur mit den Personen, die im Vorjahr eingestellt wurden, und prüfen, wie viele davon nach zwölf Monaten noch da sind. Für schwankende Belegschaften ist der durchschnittliche Personalbestand die bessere Bezugsgröße, also der Mittelwert aus Anfangs- und Endbestand. Und wenn Sie einen Zeitraum unter einem Jahr betrachten, dürfen Sie nicht einfach hochmultiplizieren: Aus 95 Prozent im Halbjahr werden aufs Jahr 90,3 Prozent, nicht 90,0. Der Unterschied wirkt klein, wächst bei Quartalswerten aber schnell auf mehrere Punkte an.
Retention-Rate-Rechner
Tragen Sie ein, wie viele Mitarbeiter am Anfang des Zeitraums da waren und wie viele davon am Ende noch im Unternehmen sind. Der Rechner liefert Retention Rate und Fluktuationsrate, rechnet kürzere Zeiträume auf ein Jahr hoch und zeigt, was die Abgänge ungefähr kosten.
Neueinstellungen im Zeitraum gehören nicht in diese Felder. Gezählt wird nur, wer am Anfang schon da war, sonst rechnet man sich die Bindung schön.
Was die Abgänge kosten
Der Wert von 75 % ist eine mittlere Annahme. Je nach Position reichen die Kosten einer Neubesetzung von 50 bis 200 Prozent eines Jahresgehalts, weil Recruiting, Einarbeitung, Produktivitätsverlust und die Belastung des restlichen Teams zusammenkommen. Wie lange eine Stelle unbesetzt bleibt, schlägt zusätzlich zu Buche, siehe Cost of Vacancy. Genau deshalb lohnt es, die Nachbesetzung nicht liegen zu lassen: Wie und wo Sie Stellenanzeigen schalten, entscheidet darüber, wie schnell die Lücke wieder zu ist.
Berechnung: Retention Rate = am Ende verbliebene ÷ zu Beginn vorhandene Mitarbeiter × 100. Die Jahresrate wird geometrisch hochgerechnet, ein Halbjahreswert wird also nicht einfach verdoppelt. Die Kostenschätzung ist eine Überschlagsrechnung und ersetzt keine betriebliche Kalkulation.
© HR Rocket GmbH. Dieser Rechner wurde von HR Rocket erstellt. Sie hätten den Rechner gerne auf Ihrer eigenen Website? Kein Problem, nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.
Bedeutung der Mitarbeiterretention für Arbeitgeber
Der wichtigste Punkt zuerst, weil er in der Jahreszahl untergeht: Die Retention Rate wirkt wie ein Zinssatz. Sie gilt jedes Jahr erneut auf den Rest, der noch da ist. Aus 90 Prozent werden über fünf Jahre keine 50 Prozent Verlust, sondern 0,9 hoch 5, und das sind 59 Prozent Verbleib. Zwischen 85 und 95 Prozent liegen im ersten Jahr zehn Punkte, nach fünf Jahren sind es 33.
Eine Gesamtquote sagt für sich genommen wenig. Aufschlussreich wird sie erst, wenn Sie sie aufbrechen: nach Abteilung, nach Betriebszugehörigkeit und nach Führungskraft. In vielen Betrieben liegt die Quote insgesamt bei soliden 90 Prozent, während ein einzelnes Team unter 70 Prozent rutscht. Genau dort steckt die Ursache, und genau dort wirkt eine Maßnahme. Verbinden Sie die Zahl deshalb mit qualitativen Daten aus Austrittsgesprächen und regelmäßigem 360 Grad Feedback. Die Rate zeigt, dass Menschen gehen. Warum sie gehen, steht in keiner Formel.
Was ist ein guter Wert?
Als Faustregel gilt eine jährliche Retention Rate zwischen 85 und 95 Prozent als unauffällig, Werte darüber als sehr gut. Diese Spanne ist allerdings nur ein grober Orientierungspunkt, denn die Branche entscheidet mit. In Gastronomie, Handel und Zeitarbeit sind deutlich niedrigere Werte normal, in Industrie, Verwaltung und im Handwerk mit langen Einarbeitungszeiten liegt die Latte höher. Vergleichen Sie Ihren Wert deshalb zuerst mit dem eigenen Vorjahr und erst danach mit einem Branchenschnitt. Eine sehr hohe Rate ist übrigens nicht automatisch ein gutes Zeichen: Wenn über Jahre niemand geht, fehlen oft frische Impulse, und manchmal bleiben Menschen nur deshalb, weil sie auf dem Arbeitsmarkt keine Alternative sehen.
Praktisch heißt das: Wer die Rate um fünf Punkte hebt, gewinnt nicht fünf Prozent, sondern verschiebt die gesamte Kurve nach oben. Genau deshalb ist die Kennzahl im Zeitverlauf mehr wert als der Vergleich mit einem Branchenschnitt.
Dazu kommen die handfesten Vorteile einer hohen Retention Rate:
- Kosteneinsparung: Jede Kündigung verursacht Kosten für Recruiting, Einarbeitung und Produktivitätsverlust. Je nach Position liegen die Kosten einer Neubesetzung bei 50–200 % des Jahresgehalts.
- Wissenserhalt: Langjährige Mitarbeiter tragen wertvolles Humankapital und institutionelles Wissen, das bei Fluktuation verloren geht.
- Stärkere Teams: Stabile Teams arbeiten eingespielter, effizienter und innovativer zusammen.
- Besseres Employer Branding: Unternehmen mit hoher Retention Rate werden als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen, was das Employer Branding stärkt.
- Kundenzufriedenheit: Geringe Fluktuation sorgt für Kontinuität in Kundenbeziehungen und Projektarbeit.
Wie können Sie die Retention Rate verbessern?
Gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Mitarbeiterbindung sind der Schlüssel:
- Wettbewerbsfähige Vergütung: Faire Gehälter und attraktive Corporate Benefits wie Firmenwagen, Fahrtkostenzuschüsse oder steuerfreie Sachbezüge.
- Entwicklungsmöglichkeiten: Klare Karrierepfade und regelmäßige betriebliche Weiterbildungen zeigen Mitarbeitern Perspektiven auf.
- Positive Unternehmenskultur: Wertschätzung, offene Kommunikation und eine gesunde Feedbackkultur sind Grundpfeiler der Mitarbeiterbindung.
- Flexible Arbeitsmodelle: Flexible Arbeitszeitmodelle und hybride Arbeitsmodelle erhöhen die Zufriedenheit.
- Gutes Onboarding: Ein strukturiertes Onboarding sorgt dafür, dass neue Mitarbeiter sich von Anfang an willkommen fühlen.
- Regelmäßiges Feedback: Stay Interviews und regelmäßige Gespräche helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen, bevor Mitarbeiter kündigen.
Fazit - Retention Rate als wichtige KPI
Die Retention Rate ist eine der aussagekräftigsten Kennzahlen im Personalmanagement. Sie zeigt auf einen Blick, wie gut es einem Unternehmen gelingt, seine Mitarbeiter zu halten. Unternehmen, die ihre Retention Rate regelmäßig messen und gezielt an den Stellschrauben der Mitarbeiterbindung drehen, profitieren von stabileren Teams, geringeren Kosten und einem stärkeren Arbeitgeberimage. In Kombination mit weiteren Recruiting KPIs wird die Retention Rate zum strategischen Steuerungsinstrument für nachhaltigen Unternehmenserfolg.
Für die laufende Messung reicht ein einfaches Vorgehen: Legen Sie zwei feste Stichtage fest, ziehen Sie zu Beginn eine Liste aller Beschäftigten aus der Personalsoftware und gleichen Sie diese Liste am Ende ab. Wer in der Zwischenzeit neu dazukam, bleibt unberücksichtigt. Sinnvoll ist, parallel die Austritte nach Grund zu erfassen, also Eigenkündigung, Aufhebung, Befristungsende oder Ruhestand. Eine betriebsbedingte Kündigung sagt etwas über die Auftragslage aus, eine Häufung von Eigenkündigungen in derselben Abteilung über die Führung. Erst diese Trennung macht aus der Kennzahl eine Entscheidungsgrundlage. Wenn Sie zusätzlich wissen wollen, was die Nachbesetzung tatsächlich kostet, hilft ein Blick auf Cost-per-Hire.
[ AUTOR ]
Daniel Werner
Unternehmer & Gründer der HR Rocket GmbH
Daniel Werner ist Unternehmer, Online-Marketer und Gründer der HR Rocket GmbH. Seit 2008 im Performance-Marketing zuhause, startete er 2012 die erste regionale Jobbörse der heutigen Gruppe. Daraus wurden 131 eigene Jobbörsen und ein Social-Media-Netzwerk mit über 800.000 Nutzern. Er gilt als Pionier des Social-Media-Recruitings: 2013 setzte er als erste Jobbörse Deutschlands Facebook-Werbeanzeigen gezielt zur Bewerbersuche ein.