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[ BEITRAG ]

Retention Rate

Die Retention Rate zeigt auf einen Blick, wie gut es Ihrem Unternehmen gelingt, Mitarbeiter langfristig zu halten. Eine hohe Rate spart Recruiting-Kosten und signalisiert eine starke Unternehmens­kultur. Erfahren Sie, wie Sie die Kennzahl berechnen und gezielt verbessern.

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Retention Rate

Retention Rate - kurz erklärt

Die Retention Rate zeigt, wie erfolgreich ein Unternehmen Mitarbeiter langfristig halten kann. Die Berechnung erfolgt durch eine einfache Formel: Die Anzahl der verbleibenden Mitarbeiter wird durch die ursprüngliche Anzahl geteilt. Diese Kennzahl hat eine hohe Bedeutung für Arbeitgeber, da sie nicht nur die Mitarbeiterbindung misst, sondern auch Rückschlüsse auf die allgemeine Zufriedenheit im Unternehmen zulässt. Eine gezielte Strategie zur Verbesserung der Retention Rate hilft, die Unternehmenskultur zu stärken und langfristig den Erfolg im Recruiting zu sichern.

Inhaltsverzeichnis

Retention Rate Definition

Die Retention Rate (deutsch: Mitarbeiterbindungsrate) ist eine Kennzahl, die angibt, welcher Anteil der Mitarbeiter über einen bestimmten Zeitraum im Unternehmen geblieben ist. Sie ist das Gegenstück zur Fluktuationsrate und eine der wichtigsten Recruiting KPIs, da sie direkt misst, wie erfolgreich ein Unternehmen seine Mitarbeiter langfristig bindet.

Eine hohe Retention Rate deutet auf zufriedene Mitarbeiter, gute Arbeitsbedingungen und eine starke Unternehmenskultur hin. Eine niedrige Rate hingegen signalisiert Handlungsbedarf bei Führung, Vergütung oder Entwicklungsmöglichkeiten, etwa durch fehlende betriebliche Weiterbildung.

Im deutschen Sprachgebrauch finden sich für dieselbe Kennzahl mehrere Begriffe: Mitarbeiterbindungsrate, Verbleibquote, Bindungsquote und die eingedeutschte Schreibweise Retentionsrate. Gemeint ist immer dasselbe. „Retention" allein heißt Beibehaltung oder Bindung und wird außerhalb des Personalwesens ebenso im Marketing verwendet, wo die Customer Retention Rate den Anteil der treuen Kunden beschreibt. Wenn Sie intern berichten, lohnt es, den Begriff einmal sauber zu definieren und dabei festzulegen, welche Beschäftigungsgruppen mitzählen. Ob Aushilfen, Werkstudenten und befristet Beschäftigte in die Zahl einfließen, verschiebt das Ergebnis je nach Betrieb um mehrere Punkte und macht den Vergleich mit dem Vorjahr wertlos, wenn die Abgrenzung dazwischen wechselt.

Retention Rate berechnen

Die Berechnung der Retention Rate ist unkompliziert:

Retention Rate (%) = (Anzahl der Mitarbeiter am Ende des Zeitraums / Anzahl der Mitarbeiter am Beginn des Zeitraums) × 100

Beispiel

Ein Unternehmen hat zu Jahresbeginn 200 Mitarbeiter. Am Jahresende sind noch 180 davon im Unternehmen:

Retention Rate = (180 / 200) × 100 = 90 %

Wichtig: In die Berechnung fließen nur die Mitarbeiter ein, die zu Beginn des Zeitraums bereits im Unternehmen waren. Neueinstellungen während des Zeitraums werden nicht berücksichtigt.

Retention Rate vs. Fluktuationsrate

Die beiden Kennzahlen sind komplementär: Eine Retention Rate von 90 % entspricht einer Fluktuationsrate von 10 %. Beide zusammen geben ein vollständiges Bild der Mitarbeiterbindung.

Varianten der Formel

Die Grundformel reicht für die Jahresbetrachtung. Sobald Sie genauer hinsehen wollen, brauchen Sie Abwandlungen. Für die Frühfluktuation rechnen Sie nur mit den Personen, die im Vorjahr eingestellt wurden, und prüfen, wie viele davon nach zwölf Monaten noch da sind. Für schwankende Belegschaften ist der durchschnittliche Personalbestand die bessere Bezugsgröße, also der Mittelwert aus Anfangs- und Endbestand. Und wenn Sie einen Zeitraum unter einem Jahr betrachten, dürfen Sie nicht einfach hochmultiplizieren: Aus 95 Prozent im Halbjahr werden aufs Jahr 90,3 Prozent, nicht 90,0. Der Unterschied wirkt klein, wächst bei Quartalswerten aber schnell auf mehrere Punkte an.

Retention-Rate-Rechner

Tragen Sie ein, wie viele Mitarbeiter am Anfang des Zeitraums da waren und wie viele davon am Ende noch im Unternehmen sind. Der Rechner liefert Retention Rate und Fluktuationsrate, rechnet kürzere Zeiträume auf ein Jahr hoch und zeigt, was die Abgänge ungefähr kosten.

Neueinstellungen im Zeitraum gehören nicht in diese Felder. Gezählt wird nur, wer am Anfang schon da war, sonst rechnet man sich die Bindung schön.

Retention Rate 90,0 % im üblichen Rahmen
Fluktuationsrate 10,0 % 20 Abgänge
Auf ein Jahr hochgerechnet 90,0 % Retention Rate

Was die Abgänge kosten

Geschätzte Kosten der Abgänge im Zeitraum 675.000 € 33.750 € je Abgang

Der Wert von 75 % ist eine mittlere Annahme. Je nach Position reichen die Kosten einer Neubesetzung von 50 bis 200 Prozent eines Jahresgehalts, weil Recruiting, Einarbeitung, Produktivitätsverlust und die Belastung des restlichen Teams zusammenkommen. Wie lange eine Stelle unbesetzt bleibt, schlägt zusätzlich zu Buche, siehe Cost of Vacancy. Genau deshalb lohnt es, die Nachbesetzung nicht liegen zu lassen: Wie und wo Sie Stellenanzeigen schalten, entscheidet darüber, wie schnell die Lücke wieder zu ist.

Berechnung: Retention Rate = am Ende verbliebene ÷ zu Beginn vorhandene Mitarbeiter × 100. Die Jahresrate wird geometrisch hochgerechnet, ein Halbjahreswert wird also nicht einfach verdoppelt. Die Kostenschätzung ist eine Überschlagsrechnung und ersetzt keine betriebliche Kalkulation.

© HR Rocket GmbH. Dieser Rechner wurde von HR Rocket erstellt. Sie hätten den Rechner gerne auf Ihrer eigenen Website? Kein Problem, nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.

Bedeutung der Mitarbeiterretention für Arbeitgeber

Der wichtigste Punkt zuerst, weil er in der Jahreszahl untergeht: Die Retention Rate wirkt wie ein Zinssatz. Sie gilt jedes Jahr erneut auf den Rest, der noch da ist. Aus 90 Prozent werden über fünf Jahre keine 50 Prozent Verlust, sondern 0,9 hoch 5, und das sind 59 Prozent Verbleib. Zwischen 85 und 95 Prozent liegen im ersten Jahr zehn Punkte, nach fünf Jahren sind es 33.

Eine Gesamtquote sagt für sich genommen wenig. Aufschlussreich wird sie erst, wenn Sie sie aufbrechen: nach Abteilung, nach Betriebszugehörigkeit und nach Führungskraft. In vielen Betrieben liegt die Quote insgesamt bei soliden 90 Prozent, während ein einzelnes Team unter 70 Prozent rutscht. Genau dort steckt die Ursache, und genau dort wirkt eine Maßnahme. Verbinden Sie die Zahl deshalb mit qualitativen Daten aus Austrittsgesprächen und regelmäßigem 360 Grad Feedback. Die Rate zeigt, dass Menschen gehen. Warum sie gehen, steht in keiner Formel.

Was ist ein guter Wert?

Als Faustregel gilt eine jährliche Retention Rate zwischen 85 und 95 Prozent als unauffällig, Werte darüber als sehr gut. Diese Spanne ist allerdings nur ein grober Orientierungspunkt, denn die Branche entscheidet mit. In Gastronomie, Handel und Zeitarbeit sind deutlich niedrigere Werte normal, in Industrie, Verwaltung und im Handwerk mit langen Einarbeitungszeiten liegt die Latte höher. Vergleichen Sie Ihren Wert deshalb zuerst mit dem eigenen Vorjahr und erst danach mit einem Branchenschnitt. Eine sehr hohe Rate ist übrigens nicht automatisch ein gutes Zeichen: Wenn über Jahre niemand geht, fehlen oft frische Impulse, und manchmal bleiben Menschen nur deshalb, weil sie auf dem Arbeitsmarkt keine Alternative sehen.

Verbleib nach fünf Jahren bei 85, 90 und 95 Prozent Retention Rate 100 %75 % 50 %25 %0 % Start1 Jahr 2 Jahre3 Jahre 4 Jahre5 Jahre 77 % 59 % 44 % bei 95 %bei 90 %bei 85 %
Von 100 Mitarbeitern, die heute da sind, ist bei einer Retention Rate von 85 Prozent nach fünf Jahren weniger als die Hälfte übrig. Gerechnet ohne Neueinstellungen, weil nur so sichtbar wird, was die Bindung selbst leistet.

Praktisch heißt das: Wer die Rate um fünf Punkte hebt, gewinnt nicht fünf Prozent, sondern verschiebt die gesamte Kurve nach oben. Genau deshalb ist die Kennzahl im Zeitverlauf mehr wert als der Vergleich mit einem Branchenschnitt.

Dazu kommen die handfesten Vorteile einer hohen Retention Rate:

  • Kosteneinsparung: Jede Kündigung verursacht Kosten für Recruiting, Einarbeitung und Produktivitätsverlust. Je nach Position liegen die Kosten einer Neubesetzung bei 50–200 % des Jahresgehalts.
  • Wissenserhalt: Langjährige Mitarbeiter tragen wertvolles Humankapital und institutionelles Wissen, das bei Fluktuation verloren geht.
  • Stärkere Teams: Stabile Teams arbeiten eingespielter, effizienter und innovativer zusammen.
  • Besseres Employer Branding: Unternehmen mit hoher Retention Rate werden als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen, was das Employer Branding stärkt.
  • Kundenzufriedenheit: Geringe Fluktuation sorgt für Kontinuität in Kundenbeziehungen und Projektarbeit.

Wie können Sie die Retention Rate verbessern?

Gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Mitarbeiterbindung sind der Schlüssel:

Fazit - Retention Rate als wichtige KPI

Die Retention Rate ist eine der aussagekräftigsten Kennzahlen im Personalmanagement. Sie zeigt auf einen Blick, wie gut es einem Unternehmen gelingt, seine Mitarbeiter zu halten. Unternehmen, die ihre Retention Rate regelmäßig messen und gezielt an den Stellschrauben der Mitarbeiterbindung drehen, profitieren von stabileren Teams, geringeren Kosten und einem stärkeren Arbeitgeberimage. In Kombination mit weiteren Recruiting KPIs wird die Retention Rate zum strategischen Steuerungsinstrument für nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Für die laufende Messung reicht ein einfaches Vorgehen: Legen Sie zwei feste Stichtage fest, ziehen Sie zu Beginn eine Liste aller Beschäftigten aus der Personalsoftware und gleichen Sie diese Liste am Ende ab. Wer in der Zwischenzeit neu dazukam, bleibt unberücksichtigt. Sinnvoll ist, parallel die Austritte nach Grund zu erfassen, also Eigenkündigung, Aufhebung, Befristungsende oder Ruhestand. Eine betriebsbedingte Kündigung sagt etwas über die Auftragslage aus, eine Häufung von Eigenkündigungen in derselben Abteilung über die Führung. Erst diese Trennung macht aus der Kennzahl eine Entscheidungsgrundlage. Wenn Sie zusätzlich wissen wollen, was die Nachbesetzung tatsächlich kostet, hilft ein Blick auf Cost-per-Hire.

[ AUTOR ]

Daniel Werner, Unternehmer und Gründer der HR Rocket GmbH

Daniel Werner

Unternehmer & Gründer der HR Rocket GmbH

Daniel Werner ist Unternehmer, Online-Marketer und Gründer der HR Rocket GmbH. Seit 2008 im Performance-Marketing zuhause, startete er 2012 die erste regionale Jobbörse der heutigen Gruppe. Daraus wurden 131 eigene Jobbörsen und ein Social-Media-Netzwerk mit über 800.000 Nutzern. Er gilt als Pionier des Social-Media-Recruitings: 2013 setzte er als erste Jobbörse Deutschlands Facebook-Werbeanzeigen gezielt zur Bewerbersuche ein.

Mehr über das Team LinkedIn Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2026

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Häufig gestellte Fragen

Was ist die Retention Rate?

Die Retention Rate (deutsch: Mitarbeiterbindungsrate) gibt an, welcher Anteil der Mitarbeiter über einen bestimmten Zeitraum im Unternehmen geblieben ist. Sie ist das Gegenstück zur Fluktuationsrate und eine der wichtigsten Kennzahlen im Personalmanagement.

Wie berechnet man die Retention Rate?

Die Formel lautet: Retention Rate (%) = (Anzahl der Mitarbeiter am Ende des Zeitraums / Anzahl der Mitarbeiter am Beginn des Zeitraums) x 100. Neueinstellungen während des Zeitraums werden nicht berücksichtigt, nur die zu Beginn vorhandenen Mitarbeitern.

Was ist eine gute Retention Rate?

Eine gute Retention Rate liegt branchenabhängig bei 85 bis 95 Prozent. In Branchen mit naturgemäß hoher Fluktuation wie Gastronomie oder Einzelhandel kann sie niedriger ausfallen. Entscheidend ist der Vergleich mit Branchendurchschnitten und die Entwicklung über die Zeit.

Was ist der Unterschied zwischen Retention Rate und Fluktuationsrate?

Die beiden Kennzahlen sind komplementär: Eine Retention Rate von 90 % entspricht einer Fluktuationsrate von 10 %. Die Retention Rate misst, wie viele Mitarbeiter bleiben, während die Fluktuationsrate angibt, wie viele das Unternehmen verlassen.

Gibt es einen Retention-Rate-Rechner?

Ja, auf dieser Seite steht ein kostenloser Rechner. Sie tragen den Personalbestand am Anfang, die davon am Ende verbliebenen Mitarbeitern und den Zeitraum ein; er liefert Retention Rate und Fluktuationsrate, rechnet kürzere Zeiträume geometrisch auf ein Jahr hoch und schätzt die Kosten der Abgänge. Wichtig: Neueinstellungen im Zeitraum gehören nicht in die Rechnung, sonst fällt das Ergebnis zu günstig aus.

Wie kann man die Retention Rate verbessern?

Wirksame Maßnahmen sind wettbewerbsfähige Vergütung und attraktive Benefits, klare Karrierepfade und Weiterbildungen, eine positive Unternehmenskultur, flexible Arbeitsmodelle sowie ein strukturiertes Onboarding. Regelmäßige Stay Interviews helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen.

Was ist die Retentionsrate?

Retentionsrate ist die eingedeutschte Schreibweise der Retention Rate und meint dieselbe Kennzahl: den Anteil der Mitarbeiter, die über einen definierten Zeitraum im Unternehmen geblieben sind. Gerechnet wird sie mit der verbliebenen Belegschaft geteilt durch den Anfangsbestand, mal 100. Neueinstellungen während des Zeitraums bleiben außen vor, sonst verfälscht der Zuwachs das Ergebnis nach oben.