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Was ist ein Fahrtkostenzuschuss?
Ein Fahrtkostenzuschuss ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers, mit der die Kosten für den Arbeitsweg der Mitarbeitenden teilweise oder vollständig übernommen werden. Er kann in unterschiedlicher Form gewährt werden — als Barzuschuss, Tankgutschein, Zuschuss zum ÖPNV-Ticket oder als Jobticket. Für Arbeitgeber ist der Fahrtkostenzuschuss ein attraktives Incentive, das die Mitarbeiterzufriedenheit steigert und als Benefit in Stellenanzeigen hervorgehoben werden kann.
Steuern und der Fahrtkostenzuschuss
Die steuerliche Behandlung des Fahrtkostenzuschusses hängt von der Art der Gewährung ab:
- Pauschalversteuerung mit 15 %: Arbeitgeber können den Fahrtkostenzuschuss mit einem pauschalen Steuersatz von 15 % versteuern (§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG). Dies gilt bis zur Höhe der Entfernungspauschale — laut Bundesfinanzministerium seit dem 1. Januar 2026 einheitlich 0,38 Euro pro Entfernungskilometer ab dem ersten Kilometer (vorher: 0,30 Euro bis km 20). Der Vorteil: Für den Arbeitnehmer ist der Zuschuss dann steuer- und sozialversicherungsfrei.
- Jobticket: Seit 2019 sind Arbeitgeberzuschüsse zum öffentlichen Nahverkehr grundsätzlich steuerfrei (§ 3 Nr. 15 EStG). Allerdings wird der Zuschuss auf die Entfernungspauschale in der Steuererklärung des Arbeitnehmers angerechnet.
- Sachbezugsfreigrenze: Alternativ kann ein Fahrtkostenzuschuss als steuerfreier Sachbezug gewährt werden, sofern die monatliche Freigrenze von 50 Euro nicht überschritten wird.
Fahrtkostenzuschuss in der Lohnabrechnung
In der Lohnabrechnung muss der Fahrtkostenzuschuss korrekt ausgewiesen werden. Bei der Pauschalversteuerung übernimmt der Arbeitgeber die Lohnsteuer, während der Zuschuss beim Arbeitnehmer brutto wie netto ankommt. Arbeitgeber sollten sicherstellen, dass die gewählte Methode konsistent angewendet und korrekt dokumentiert wird.
Fahrtkostenzuschuss einfach berechnen
Die Berechnung orientiert sich an der Entfernungspauschale (seit 1. Januar 2026 einheitlich 0,38 € ab dem ersten Kilometer):
Fahrtkostenzuschuss pro Monat = Entfernungskilometer × 0,38 € × Arbeitstage pro Monat
Für die Arbeitstage gilt eine praktische Vereinfachungsregel: Bei einer 5-Tage-Woche darf der Arbeitgeber im Lohnsteuerabzugsverfahren pauschal 15 Arbeitstage pro Monat ansetzen — ganz ohne Einzelnachweis.
Beispiel (Stand 2026)
Ein Mitarbeitender hat einen einfachen Arbeitsweg von 25 Kilometern, angesetzt werden 15 Arbeitstage (Vereinfachungsregel):
- 25 km × 0,38 € × 15 Tage = 142,50 € pro Monat
- Aufs Jahr gerechnet: 1.710,00 € steuerbegünstigter Zuschuss
Arbeitgeber können den Zuschuss auch niedriger ansetzen — die Entfernungspauschale bildet lediglich die Obergrenze für die steuerliche Begünstigung. Noch schneller geht es mit unserem Rechner:
Fahrtkostenzuschuss-Rechner: Arbeitnehmer & Arbeitgeber
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Tipp: 15 Tage pro Monat = anerkannte Vereinfachungsregel bei einer 5-Tage-Woche.
Voraussetzung: Ihr Arbeitgeber versteuert den Zuschuss pauschal mit 15 %. Zu beachten: Der pauschal versteuerte Zuschuss wird in Ihrer Steuererklärung auf die Entfernungspauschale (Werbungskosten) angerechnet.
Berechnungsgrundlage: Entfernungspauschale 0,38 €/km ab dem 1. Kilometer (Stand 2026), Pauschalversteuerung 15 % nach § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Pauschalsteuer; ggf. anfallende pauschale Kirchensteuer ist nicht berücksichtigt. Ohne eigenen Pkw (z. B. ÖPNV) ist die Entfernungspauschale auf 4.500 € pro Jahr begrenzt. Alle Angaben ohne Gewähr — der Rechner ersetzt keine steuerliche Beratung.
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Fahrtkostenzuschuss: Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
- Mitarbeiterbindung: Der Zuschuss zeigt Wertschätzung und entlastet Mitarbeitende finanziell, was die Loyalität stärkt.
- Recruiting-Vorteil: Gerade bei Standorten mit schlechter ÖPNV-Anbindung kann ein Fahrtkostenzuschuss den Unterschied bei der Personalgewinnung machen.
- Steuerliche Vorteile: Durch die Pauschalversteuerung oder Steuerfreiheit ist der Zuschuss für beide Seiten günstiger als eine Gehaltserhöhung gleicher Höhe.
- Förderung nachhaltiger Mobilität: Zuschüsse zum ÖPNV oder Jobrad fördern umweltfreundliche Mobilitätsformen.
Nachteile und Herausforderungen des Fahrtkostenzuschusses
- Verwaltungsaufwand: Die korrekte steuerliche Behandlung und Dokumentation erfordern sorgfältige Lohnbuchhaltung.
- Ungleichbehandlung: Mitarbeitende mit kurzem Arbeitsweg profitieren weniger, was zu Gerechtigkeitsfragen führen kann.
- Anrechnung auf Entfernungspauschale: Bei steuerfreien Jobtickets wird der Zuschuss auf die Werbungskosten des Arbeitnehmers angerechnet.
Fazit - Fahrtkostenzuschuss durch Arbeitgeber
Der Fahrtkostenzuschuss ist ein effektives Instrument zur Mitarbeiterbindung und Steigerung der Arbeitgeberattraktivität. Durch die verschiedenen steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten können Unternehmen ihren Mitarbeitenden einen spürbaren finanziellen Vorteil bieten, ohne dabei hohe Zusatzkosten zu verursachen. Entscheidend ist die korrekte steuerliche Umsetzung und eine transparente Kommunikation der Regelung.
[ AUTOR ]
Timo Taucherbeck
Performance Recruiting, HR Rocket GmbH
Timo Taucherbeck verstärkt seit September 2024 das Performance-Recruiting-Team von HR Rocket. 2026 schloss er sein Bachelorstudium ab. Neben Recruiting-Kampagnen verantwortet er redaktionell einen Großteil des HR-Glossars und hält über 130 Fachbegriffe rund um Personal, Recruiting und Arbeitsrecht aktuell.