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Time to Fill: Definition
Die Time to Fill ist eine zentrale Kennzahl im Recruiting, die den Zeitraum zwischen der Veröffentlichung einer Stellenausschreibung und der endgültigen Besetzung der Position misst. Sie beginnt, sobald die Stelle ausgeschrieben wird, und endet, wenn ein Bewerber die Jobannahme bestätigt. Diese Kennzahl gibt Aufschluss über die Effizienz und Geschwindigkeit des gesamten Besetzungsprozesses. Eine kurze Time to Fill deutet auf einen reibungslosen Ablauf und gut strukturierte Prozesse hin, während eine längere Dauer auf Engpässe, ineffiziente Abläufe oder Schwierigkeiten bei der Kandidatensuche hinweisen kann. Sie ist besonders wichtig, um Personalengpässe zu vermeiden und sicherzustellen, dass Schlüsselpositionen zeitnah besetzt werden.
Time to Fill vs. Time to Hire: Der Unterschied
Während die Time to Fill den gesamten Besetzungsprozess misst, konzentriert sich die Time to Hire auf die Zeit zwischen dem ersten Kontakt mit einem Kandidaten und dessen Einstellung. Beide Kennzahlen ergänzen sich, sollten aber getrennt betrachtet werden, um Optimierungspotenziale besser zu erkennen.
So berechnen Sie die Kennzahl
Die Formel ist simpel: Datum der Vertragsunterschrift minus Datum der Stellenveröffentlichung ergibt die Time to Fill in Kalendertagen. Für den Durchschnittswert addieren Sie die Tage aller Besetzungen eines Quartals und teilen durch deren Anzahl. Entscheidend ist, dass Sie Start- und Endpunkt einmal sauber definieren. Manche Unternehmen starten die Messung bereits bei der internen Stellenfreigabe durch die Fachabteilung, andere erst bei der Veröffentlichung. Beides ist vertretbar, aber nur eines davon darf in Ihrer Auswertung stehen. Werten Sie zusätzlich nach Stellenart und Standort getrennt aus. Ein Mittelwert über Lagerhelfer und IT-Spezialisten zusammen sagt nichts aus, weil sich die beiden Besetzungsdauern um Wochen unterscheiden.
Einflussfaktoren auf die Time to Fill
Bewerberaufkommen und Jobmarkt
Ein hoher Fachkräftemangel oder geringe Bewerberzahlen verlängern oft den Besetzungsprozess. Hier können Sie durch Multiposting auf mehreren Plattformen, wie in einer Recruiting-Kampagne, mehr Reichweite erzielen.
Anforderungsprofil
Je spezialisierter die Anforderungen, desto länger kann die Suche dauern. Hier kann ein klar definierter Prozess durch eine professionelle Stellenanzeige unterstützen.
Recruiting-Strategie
Der Einsatz von Social Media Recruiting über Plattformen wie Facebook Stellenanzeigen oder Instagram Stellenanzeigen ermöglicht es Unternehmen, gezielt potenzielle Bewerber anzusprechen und diese durch maßgeschneiderte Kampagnen zu erreichen. Gleichzeitig können moderne Karriereseiten den Bewerbungsprozess erheblich vereinfachen, indem sie Bewerbern eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit bieten, sich auf offene Stellen zu bewerben. Diese Maßnahmen tragen nicht nur dazu bei, die Sichtbarkeit von Stellenausschreibungen zu erhöhen, sondern verbessern auch das gesamte Bewerbererlebnis und steigern die Erfolgsquote bei der Besetzung von Positionen.
Interne Entscheidungswege
Der häufigste Grund für eine lange Time to Fill liegt nicht am Markt, sondern im eigenen Haus. Zwischen Bewerbungseingang und Rückmeldung vergehen Tage, Terminfindung mit der Fachabteilung zieht sich, die Vertragserstellung wartet auf eine Unterschrift. Messen Sie diese Zwischenschritte einzeln, dann sehen Sie sofort, wo die Zeit verloren geht. Ein fester Wochentermin für Bewerbungsgespräche und eine verbindliche Rückmeldefrist von 48 Stunden kosten nichts und verkürzen den Prozess oft spürbar. Hilfreich ist außerdem ein vorab abgestimmtes Anforderungsprofil, weil damit die Diskussion über Eignung nicht erst im Auswahlgespräch beginnt.
Time to Fill optimieren: Strategien und Tipps
Analyse und KPI-Messung
Messen Sie regelmäßig Ihre Time to Fill KPI und identifizieren Sie Engpässe. Sinnvoll ist eine Auswertung pro Quartal, getrennt nach Stellenart, damit einzelne Ausreißer den Mittelwert nicht verzerren. Optimieren Sie diese durch Anpassungen im Auswahlverfahren oder durch die Nutzung datengetriebener Lösungen wie Data-Driven Recruiting.
Multiposting und Sichtbarkeit erhöhen
Nutzen Sie Multiposting, um Ihre Stellenanzeigen auf mehreren Plattformen zu veröffentlichen und so ein breiteres Publikum zu erreichen. Eine klare Stellenanzeige ist dabei entscheidend.
Nutzung von Personalvermittlungen
Falls interne Ressourcen begrenzt sind, kann eine Personalvermittlung helfen, den Prozess zu beschleunigen. Das lohnt sich vor allem bei Positionen, für die sich über klassische Anzeigen kaum jemand meldet und bei denen Active Sourcing nötig wird.
Bewerbererlebnis verbessern
Optimieren Sie Ihre Karriereseite, um Bewerbungen so einfach wie möglich zu gestalten. Dies verbessert das Bewerbererlebnis und reduziert die Absprungrate.
Was eine lange Time to Fill kostet
Jeder Tag, an dem eine Stelle offen bleibt, kostet Geld: entgangener Umsatz, Überstunden im Team, gegebenenfalls externe Aushilfen. Diese Summe lässt sich über die Cost of Vacancy beziffern und macht aus einer reinen Prozesskennzahl ein Argument gegenüber der Geschäftsführung. Rechnen Sie einmal durch, was Ihre durchschnittliche Besetzungsdauer bei einer typischen Vakanz an Kosten verursacht. Meist liegt der Betrag deutlich über dem, was zusätzliche Recruiting-Kanäle oder ein Bewerbermanagementsystem kosten würden. Sinnvoll ist die Betrachtung zusammen mit den Cost-per-Hire, denn eine sehr schnelle Besetzung kann teuer erkauft sein.
Fazit: Time to Fill als wertvolle KPI
Die Time to Fill ist ein entscheidender KPI zur Bewertung der Recruiting-Effizienz. Durch den Einsatz von Technologien, automatisierten Prozessen und zielgerichteten Strategien wie Social Media Recruiting oder Multiposting können Unternehmen ihre Time to Fill optimieren und schneller qualifizierte Mitarbeiter gewinnen. Wenn Sie Ihre Recruiting-Strategie weiterentwickeln und gezielt Bewerber erreichen möchten, kann die Nutzung moderner Tools und Plattformen entscheidend zum Erfolg beitragen.
[ AUTOR ]
Daniel Werner
Unternehmer & Gründer der HR Rocket GmbH
Daniel Werner ist Unternehmer, Online-Marketer und Gründer der HR Rocket GmbH. Seit 2008 im Performance-Marketing zuhause, startete er 2012 die erste regionale Jobbörse der heutigen Gruppe. Daraus wurden 131 eigene Jobbörsen und ein Social-Media-Netzwerk mit über 800.000 Nutzern. Er gilt als Pionier des Social-Media-Recruitings: 2013 setzte er als erste Jobbörse Deutschlands Facebook-Werbeanzeigen gezielt zur Bewerbersuche ein.