Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Die Personalakquise umfasst die gezielte Gewinnung neuer Mitarbeiter in qualitativer, quantitativer, zeitlicher und räumlicher Hinsicht und wird besonders in Branchen wie IT und Pflege aufgrund des Fachkräftemangels herausfordernder. Zu den wesentlichen Instrumenten gehören Social Media Recruiting über Plattformen wie LinkedIn, Xing, Facebook und Instagram sowie Online-Jobbörsen, oft kombiniert mit Social-Media-Kampagnen. Empfehlungsmarketing, Hochschulmarketing und Personalleasing bieten zusätzliche Möglichkeiten, Personal zu gewinnen. Das Outsourcing an Agenturen oder Headhunter kann die Suche nach Fachkräften erleichtern.
Aktuelle Trends zeigen: Der Fachkräftemangel bleibt vor allem in Pflege, Handwerk und IT spürbar, Mitarbeiterempfehlungen sind der erfolgreichste Einzelkanal, und künstliche Intelligenz hält Einzug in den Bewerbungsprozess. Unternehmen kombinieren zunehmend verschiedene Instrumente — diese Kombination ist maßgeblich für den Erfolg. (Geschätzte Lesezeit: 15–20 Minuten)
Personalakquise per Definition
Personalakquise ist ein wichtiger Bestandteil jedes Unternehmens. Die Fachkräfte werden seltener und der Bedarf wächst mit dem Unternehmen. So wird die Beschaffung guter Mitarbeiter immer schwerer. Daher helfen wir Ihnen gerne, neues Personal zu finden. Doch dafür müssen Sie wissen, welche Maßnahmen und Kriterien beim Personal Recruiting wichtig sind. Wir zeigen Ihnen die neuesten Trends.
Unter Personalakquise versteht man per Definition, Mitarbeiter in qualitativer, quantitativer, zeitlicher und räumlicher Hinsicht zu rekrutieren. Einfacher gesagt, definiert Personalakquise das Anwerben neuer Arbeitskräfte für das eigene Unternehmen. Die Mitarbeitergewinnung ist dabei ein Teilbereich des Personalmanagements. Um Mitarbeiter und Fachkräfte zu finden bedienen sich diese HR-Abteilungen und Personalbeauftragte verschiedener Instrumente & Maßnahmen in der Rekrutierungspraxis. Doch in Zeiten von Fachkräftemangel ist die Personalbedarfsdeckung nicht mehr so einfach: Laut KOFA-Studie des IW Köln konnten 2025 rund 370.000 offene Stellen für Qualifizierte rechnerisch nicht besetzt werden — etwa ein Drittel aller offenen Stellen für Fachkräfte. Insbesondere in Fachbereichen wie IT & Pflege ist die Personalakquise eine Herausforderung: Pflegeberufe führen die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit an, und in der IT fehlen laut Bitkom (2025) 109.000 Fachkräfte — offene IT-Stellen bleiben im Schnitt 7,7 Monate unbesetzt. Jedes Jahr entwickeln sich zudem neue Trends, die bei der Personalgewinnung berücksichtigt werden sollten. Eine Checkliste für die Personalakquise kann außerdem das Recruiting erleichtern.
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Instrumente und Maßnahmen des Personalrecruitings
Zunächst möchten wir kurz auf die verschiedenen Methoden & Maßnahmen der Personalakquise eingehen. Je nach Unternehmen und der ausgeschriebenen Vakanz sind verschiedene Instrumente der Personalauswahl sinnvoll. Es kann für Sie von Vorteil sein, die verschiedenen Möglichkeiten & Akquisemaßnahmen zu kombinieren.
Internes Personalmarketing und Empfehlungsmarketing
Eine Traumvorstellung ist es, wenn ein Team gemeinsam aufsteigt. Das Junior Talent wird zum Senior, der Senior zum Director. Gesucht werden dann „nur“ neue Nachwuchstalente. Das Team bleibt bestehen, jeder steigt eine Stufe auf. Diese Wunschvorstellung ist nur dann umsetzbar, wenn innerhalb des Unternehmens die Mitarbeiter gefördert werden und sich weiterentwickeln können. Solche Maßnahmen spornen an und führen zu mehr Leistung und einfacherer Personalakquise. Zudem können Sie Prämien vergeben, wenn Mitarbeiter erfolgreich neues Personal anwerben. Das lohnt sich messbar: Laut IAB-Stellenerhebung kamen 2025 ganze 27 % aller Neueinstellungen über persönliche Kontakte und Empfehlungen eigener Beschäftigter zustande — Platz 1 unter allen Suchwegen, noch vor Jobbörsen und Unternehmenswebsite. Es gibt verschiedene Anbieter von Personalempfehlungs-Tools, die dabei professionell helfen können.
Social Media Recruiting
Kaum etwas funktioniert heute ohne soziales Netzwerk. Dazu gehört auch das Personalrecruiting. Ihre Personalbeschaffung können Sie beispielsweise über Social Media Kanäle wie LinkedIn oder Xing durchführen. Dort gibt es die Möglichkeit, Stellenanzeigen zu schalten. Sie können über Recruiting Tools auch mögliche Kandidaten finden und direkt kontaktieren. So ist auch das Abwerben von anderen Unternehmen möglich. LinkedIn ist dabei inzwischen das dominierende Business-Netzwerk in Deutschland; Xing hat sich seit 2023 vor allem auf die Rolle als Jobplattform konzentriert — der Xing-Stellenmarkt ist seit 2024 sogar ohne Login nutzbar, als Netzwerk für die aktive Direktansprache hat die Plattform aber deutlich an Bedeutung verloren. Aber auch Social Media Recruiting über “normale” Medien, die nicht in erster Linie mit Karriere assoziiert werden, eignen sich als Rekrutierungsweg. So erreicht man vor allem Generationen ab 1990 über Facebook Recruiting und Instagram Recruiting. Die Generationen Y und Z erreicht man wiederum auch über das Videoportal TikTok, mittels TikTok Recruiting oder über Pinterest Recruiting. Diese Entwicklung zeichnet sich schon lange als Trend im Personalrecruiting ab.
”Social Media Recruiting hat sich zunehmend als konkurrenzfähiger Rekrutierungskanal von jungen Nachwuchskräften etabliert und findet Zuspruch in der Mitte der Gesellschaft. Mit Stellenanzeigen auf Facebook und Instagram gehen Unternehmen in ihrer Personalbeschaffung mit dem Puls der Zeit.”
Stellenanzeigen auf Onlinejobbörsen
Stellen wurden früher gerne in Zeitungen ausgeschrieben. Das funktioniert heute noch, allerdings nicht für jede Stelle. Mehr Sinn macht es, branchenspezifische Jobportale im Internet zu nutzen: Laut IAB-Stellenerhebung setzen 57 % der Betriebe bei der Personalsuche auf Internet-Jobbörsen, und bei 21 % der Neueinstellungen 2025 war die Jobbörse der entscheidende Kanal. Bringen Sie die wichtigsten Punkte in Ihrer Stellenanzeige unter:
- Was bieten Sie?
- Wen suchen Sie?
- Wieso lohnt es sich für den Kandidaten, bei Ihnen zu arbeiten?
Die meisten Online Jobbörsen veröffentlichen Ihre Stellenanzeige auf dem Portal. Kandidaten, die aktiv auf der Suche sind, können sich so direkt bei Ihnen bewerben. Der Fachkräftemangel macht es aber immer schwerer, so gutes Personal zu finden. Denn erfahrungsgemäß ist gutes Personal nie lange auf Jobsuche. Daher bieten einige Portale gleichzeitig mit der Veröffentlichung Ihrer Anzeige an, eine zielgenaue Social Media Kampagne zu schalten. So bekommt die genau auf Ihre Anzeige passende Zielgruppe Ihre Werbung und wird auf Sie aufmerksam.
Hochschulmarketing
Eine Zusammenarbeit mit passenden Hochschulen kann für Sie eine gute Maßnahme der Personalakquise sein. Junge Talente, frisch von der Hochschule, bringen neue Ideen in Ihr Unternehmen. Sie helfen, moderner und besser zu werden. Beim Hochschulmarketing nehmen Sie als Arbeitgeber beispielsweise an Hochschulmessen teil und können Ihr Unternehmen vorstellen. Sie hängen Ihre Stellenausschreibung vor Ort am Schwarzen Brett aus oder laden zu eigenen Unternehmensevents ein. Diese Rekrutierungswege und Beschaffungsorte sind von recht traditioneller Natur, aber gehören in einen ausgewogenen Marketingmix einer erfolgreichen Recruitingkampagne dazu.
Personalleasing
In manchen Situationen lohnt es sich für Sie, über Arbeitnehmerüberlassung nachzudenken. Sie wenden sich dabei an eine Agentur, bzw. eine Zeitarbeit Firma, bei denen Mitarbeiter fest angestellt sind. Je nach Bedarf nutzen Arbeitgeber das Personalleasing für ihr Unternehmen. Sie können die Anzahl der Mitarbeiter flexibel anpassen. Dabei bezahlen Sie die Agentur und diese kümmert sich um die Mitarbeiter. Das ist besonders bei Saisonmitarbeitern oder zeitlich begrenzten Projekten sinnvoll. Zur Einordnung: Die Zeitarbeit ist seit Jahren rückläufig — mit rund 669.000 Leiharbeitnehmern erreichte sie Mitte 2025 laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit den niedrigsten Stand seit 2010. Als flexible Ergänzung bleibt sie relevant, als Wachstumstrend nicht.
Outsourcing der Personalakquise
Außerdem können Sie die Personalakquise outsourcen. Ein Personalberater, eine Agentur zur Personalvermittlung von Fachkräften oder ein Headhunter kümmert sich dann um die Besetzung Ihrer ausgeschriebenen Position. Dafür nutzen sie verschiedene Möglichkeiten und präsentieren Ihnen dann passende Kandidaten. Während der Talentsuche können Sie sich auf andere Aufgaben konzentrieren.
Aktuelle Trends im Personalmarketing & Personalrecruiting
Was hat sich zuletzt im Personalmarketing getan? Die wichtigsten Entwicklungen (Stand 2026) im Überblick:
- Fachkräftemangel bleibt — wird aber differenzierter: Die KOFA-Fachkräftelücke lag 2025 bei rund 370.000 rechnerisch nicht besetzbaren Stellen — konjunkturbedingt deutlich weniger als 2024 (487.000). Die Engpässe konzentrieren sich laut BA-Engpassanalyse auf Pflege-, Gesundheits-, Bau- und Handwerksberufe sowie Teile der IT.
- Besetzungen dauern lange: Gemeldete Stellen für Fachkräfte mit Berufsausbildung waren 2025 im Jahresdurchschnitt 140 Tage vakant (Bundesagentur für Arbeit).
- Digitale Kanäle dominieren: Bei 82 % der Neueinstellungen war 2025 mindestens ein digitaler Kanal beteiligt, bei 52 % war ein Online-Kanal der entscheidende Suchweg (IAB-Stellenerhebung).
- KI (Künstliche Intelligenz) hält Einzug — Bewerber sind schneller als Arbeitgeber: 43,2 % der Bewerber nutzen bereits KI für ihre Bewerbung (softgarden 2025), aber erst 14 % der Unternehmen lassen z. B. Arbeitszeugnisse mit KI-Unterstützung erstellen (Bitkom). Wer hier früh professionalisiert, verschafft sich einen Vorsprung.
- Reverse Recruiting stellt das Talent in den Mittelpunkt und wird immer beliebter.
- Personalleasing bleibt flexible Ergänzung — ist mit dem niedrigsten Beschäftigtenstand seit 2010 aber kein Wachstumstrend.
Kombinationen verschiedener Instrumente der Personalakquise sind maßgeblich für den Erfolg. Kontaktieren Sie uns jetzt, wir erarbeiten für Sie die passende Recruiting Kampagne, um die passenden Mitarbeiter für Sie zu finden.
[ AUTOR ]
Lisa Werner
Gestaltung & Kundenbetreuung, HR Rocket GmbH
Lisa Werner ist seit der ersten Jobbörse 2012 Teil von HR Rocket und kennt die Entwicklung des Familienunternehmens aus erster Hand — vom regionalen Portal bis zum Netzwerk mit 127 eigenen Jobbörsen. Als Gestalterin und Kundenbetreuerin gestaltet sie Stellenanzeigen und begleitet Arbeitgeber persönlich von der ersten Kampagne bis zur erfolgreichen Einstellung.