Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Ausbildungsmarketing ist entscheidend: Fast jeder zweite Ausbildungsbetrieb konnte zuletzt nicht alle Plätze besetzen, gleichzeitig suchten 2025 so viele Bewerber erfolglos wie seit 2010 nicht, der Ausbildungsmarkt hat ein Passungsproblem, kein reines Bewerberproblem. Unternehmen müssen ihre Arbeitgebermarke stärken, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Azubi Recruiting umfasst alle Maßnahmen zur Gewinnung von Auszubildenden und muss gezielt auf die junge Generation abgestimmt sein. Aktuelle Trends zeigen: Die aktive Suche läuft über Google und Online-Jobbörsen, Social Media wie TikTok und Instagram wirkt als Schaufenster für authentische Einblicke, und die Eltern reden bei der Berufswahl stärker mit, als viele denken. Gleichzeitig bleiben Messen, Praktika und Schulmarketing wichtige Instrumente, um langfristig Fachkräfte zu binden.
Zu den wichtigsten Instrumenten im Ausbildungsmarketing zählen Social Media Marketing, mobil optimierte Karriereseiten mit One-Click-Bewerbungen, Chatbots, digitale Assessment-Tests sowie Messeauftritte. Ein strategisches Ausbildungsmarketingkonzept bündelt all diese Maßnahmen, um potenzielle Auszubildende gezielt anzusprechen und langfristig an das Unternehmen zu binden. Es kombiniert digitale Instrumente wie Social Media und Karriereseiten mit persönlichem Kontakt durch Messen und Schulmarketing, während der Fokus auf einer klaren Arbeitgebermarke und einem einfachen Bewerbungsprozess liegt. Falls noch Fragen offen sind, werfen Sie einen Blick in unser FAQ. (Geschätzte Lesezeit: 15–20 Minuten)
Ausbildungsmarketing als Erfolgsfaktor für Unternehmen
Der Ausbildungsmarkt in Deutschland ist seit Jahren angespannt, aber anders, als viele denken: Laut DIHK-Ausbildungsumfrage 2025 konnte fast jeder zweite Ausbildungsbetrieb (48 %) im Jahr 2024 nicht alle Plätze besetzen, fast ein Drittel der betroffenen Betriebe erhielt keine einzige Bewerbung. Gleichzeitig meldete das BIBB zum 30. September 2025 insgesamt 84.400 erfolglos suchende Bewerber, den höchsten Wert seit 2010. Das Problem ist also weniger ein Mangel an Interessenten, sondern ein Passungsproblem: Betriebe und Bewerber finden nicht zusammen.
Unternehmen müssen gezielt ihre Arbeitgebermarke stärken und nachhaltige Konzepte im Azubi Recruiting umsetzen, um talentierte Fachkräfte fürs eigene Unternehmen zu gewinnen. Dabei gilt es, die besten Talente durch gezielte Kandidatenansprache zu überzeugen, offene Ausbildungsstellen durch Maßnahmen im Ausbildungsmarketing adäquat zu bewerben und mithilfe von Employer Branding die Arbeitgeberattraktivität zu steigern. Durch die Schnelllebigkeit junger Generationen sollten aufstrebende Trends zudem im Marketingkonzept eines jeden erfolgreichen Unternehmens aufgegriffen werden. Die social-media-affine Jugend muss in einem diversifizierten Marketingmix unterschiedlichster Kanäle wie beispielsweise durch TikTok Recruiting und Instagram Recruiting oder auch Pinterest Recruiting angesprochen werden. Von dementsprechend großer Bedeutung ist es, qualifizierte Mitarbeiter im Betrieb zu haben, die mit diesen wichtigen Kompetenzen ausgestattet sind und Werbung für Ausbildungsplätze gekonnt platzieren können.
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Azubi Recruiting und Ausbildungsmarketing per Definition
Ausbildungsmarketing definiert alle Maßnahmen, Ideen und Instrumente zur Rekrutierung von Auszubildenden. Dabei müssen sich Unternehmen agil an die sich verändernden Generationen anpassen und ihre Akquise der Azubis zielgruppengerecht & generationsspezifisch im Rahmen eines ausgefeilten Ausbildungsmarketingkonzepts umsetzen. Um in Zeiten des demografischen Wandels die besten Talente für den eigenen Betrieb gewinnen zu können, gilt es ebenfalls mit klarem Blick durch die Welt zu gehen und aufkommende Trends im Azubi Recruiting rechtzeitig zu identifizieren. Diese verschiedenen Instrumente und Maßnahmen ergeben somit das Gesamtbild des Azubi-Recruitings in einem Unternehmen. Dabei ist Ausbildungsmarketing gleichermaßen für große und kleine Betriebe wichtig.
Trends im Azubi Recruiting: Zahlen, Zielgruppe und Entscheidungsfaktoren
Gerade in Regionen mit einer geringen Bevölkerungsdichte ist es schwierig, Auszubildende zu finden. Umso wichtiger sind hier Azubi Marketing Maßnahmen, die junge Menschen dazu bewegen, in der Region zu bleiben. Möglichst mit dem langfristigen Ziel, auch nach Ausbildungsende qualifizierte Berufseinsteiger übernehmen und weiterentwickeln zu können. Durch individuelle Personalentwicklungsmaßnahmen ergeben sich Karrieremöglichkeiten, die gute Mitarbeiter an Ihr Unternehmen binden und in der Region halten. Trendbranchen haben es oft leichter, Nachwuchs zu finden, als beispielsweise aussterbende Branchen. Leider ist gerade das Handwerk stark betroffen. Berufe, wie Sattler, Schuhmacher, Landwirt oder Steinmetz haben es besonders schwer Nachwuchstalente zu finden, die sich für das Handwerk begeistern. Hier muss auf hohe Attraktivität der Betriebe, gute Bezahlung schon in der Ausbildung und moderne Grundeinstellung der Chefs gesetzt werden, um junge Menschen zu begeistern und zu halten.
Der Talentpool von HR Rocket bringt Sie mit Jobsuchenden zusammen, die offen für neue Angebote sind, von Hochschulabsolventen bis zu erfahrenen Fachkräften. Wir schlagen Ihnen passende Kandidaten vor, die einer Weitergabe zugestimmt haben.
Auszubildende werben, wenn keine Bewerbungen kommen
Fast ein Drittel der Betriebe mit unbesetzten Plätzen erhält laut DIHK überhaupt keine Bewerbung. In den meisten Fällen liegt das nicht am Beruf, sondern an der Auffindbarkeit. Prüfen Sie zuerst die Basis: Existiert für jeden Ausbildungsberuf eine eigene Seite auf der Firmenwebsite, die den Berufsnamen im Titel trägt? Jugendliche suchen nach „Ausbildung Elektroniker Musterstadt" und nicht nach dem Firmennamen. Ist der Platz in der Lehrstellenbörse der IHK oder Handwerkskammer und in der Jobsuche der Bundesagentur eingetragen? Beides ist kostenlos und wird von Schulen und Eltern genutzt.
Der zweite Hebel ist die Bewerbungshürde. Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse als PDF per E-Mail sind für viele 16-Jährige eine echte Barriere. Ein kurzes Formular mit Name, Kontakt und Wunschberuf genügt für den Erstkontakt, alles Weitere klärt ein Telefonat. Wer zusätzlich per WhatsApp oder Messenger erreichbar ist, senkt die Schwelle deutlich. Der dritte Hebel liegt im eigenen Haus: Mitarbeiter haben Kinder, Geschwister und Nachbarn. Eine Empfehlungsprämie für vermittelte Azubis kostet weniger als eine halbjährige Anzeigenkampagne und trifft genau die Jugendlichen, die nie aktiv nach Ausbildungsplätzen suchen.
Ausbildungsplatzakquise: Schulen, Kammern und Eltern als Zugang
Der direkteste Weg zu Bewerbern führt über die Leute, die täglich mit ihnen zu tun haben. Rufen Sie die Berufsorientierungs- oder StuBo-Lehrkraft der zwei, drei Schulen in Ihrem Einzugsgebiet an. Diese Stellen gibt es an fast jeder Haupt-, Real- und Gesamtschule, sie suchen laufend Betriebe für Praktikumsplätze, Betriebserkundungen und Berufsorientierungstage. Ein Ausbilder, der eine Stunde in einer neunten Klasse steht und echtes Werkzeug mitbringt, bleibt länger im Kopf als jede Anzeige.
Die Kammern sind der zweite Zugang. IHK und Handwerkskammern führen Lehrstellenbörsen, organisieren Ausbildungsmessen und vermitteln in der Nachvermittlung Jugendliche, die bis zum Sommer leer ausgegangen sind. Der Ausbildungsberater Ihrer Kammer kennt die Betriebe der Region und weiß, welche Bewerber noch suchen. Dieser Anruf kostet nichts.
Bleiben die Eltern. Sie reden bei der Berufswahl deutlich stärker mit, als es Betrieben bewusst ist, und sie recherchieren anders als ihre Kinder: über Google, die Firmenwebsite und Bewertungsportale. Was dort über Sie steht, entscheidet mit. Ein Elternabend im Betrieb oder ein Tag der offenen Tür, zu dem Jugendliche ihre Eltern mitbringen, nimmt genau diese Unsicherheit heraus.
Im Trend sind sichere Branchen, wie die Lebensmittelindustrie, der Gesundheitssektor, Informationstechnologie oder auch Sport und Fitness. Branchen wie das Hotel- und Gastgewerbe, die Gastronomie oder der Tourismus haben es traditionell schwerer, Auszubildende zu gewinnen, hier sind kreative Ansätze im Ausbildungsmarketing besonders wichtig.
Wie die Lage am Ausbildungsmarkt wirklich aussieht, zeigen die aktuelle BIBB-Bilanz und die Ausbildungsmarktbilanz der Bundesagentur für Arbeit:
Azubi Recruiting Kampagne: Aufbau, Inhalte und was tatsächlich klickt
Eine Kampagne unterscheidet sich von laufendem Ausbildungsmarketing durch drei Dinge: einen festen Zeitraum, eine Botschaft und eine Landingpage, auf der alles endet. Ohne diese Seite verpufft das Budget, weil Interessenten auf der Startseite landen und dort nichts über Ausbildung finden.
Inhaltlich funktioniert, was echt aussieht. Ein Handyvideo, in dem der Azubi des zweiten Lehrjahres seinen Arbeitsplatz zeigt und sagt, was ihn morgens nervt und was Spaß macht, schlägt jeden Imagefilm. Jugendliche erkennen Werbesprache sofort. Zeigen Sie konkrete Dinge: Wie sieht der erste Tag aus, wer ist der Ansprechpartner, was verdient man, wie kommt man mit Bus oder Bahn hin, wie stehen die Übernahmechancen. Genau danach wird gesucht, und genau das fehlt in den meisten Ausbildungsanzeigen.
Bei der Ausspielung gilt: Instagram und TikTok erreichen die Zielgruppe in der Orientierungsphase, Google Ads erreicht sie im Moment der konkreten Suche. Beides zusammen wirkt stärker als jedes für sich. Regional eng schalten, ein Umkreis von 30 bis 40 Kilometern reicht meist, alles darüber ist Streuverlust. Und messen Sie Bewerbungen, nicht Aufrufe. Eine Kampagne mit 50.000 Views und zwei Bewerbungen ist gescheitert, auch wenn der Report gut aussieht.
Was Ausbildungsmarketing kostet und wann sich eine Agentur lohnt
Ein Budget lässt sich nur sinnvoll planen, wenn man die Kosten je gewonnenem Azubi betrachtet und nicht die Kosten je Kanal. Anzeigen auf Ausbildungsportalen liegen üblicherweise im niedrigen dreistelligen Bereich pro Schaltung, Messestände kosten je nach Größe ein Vielfaches davon, kommen aber ohne Streuverlust an die Zielgruppe. Social-Media-Kampagnen rechnen sich über den Cost per Application: Wie viele Bewerbungen entstehen aus dem eingesetzten Werbebudget? Gegenzurechnen ist immer der Preis des unbesetzten Platzes, also entgangene Fachkräfte in drei Jahren.
Eine Ausbildungsmarketing-Agentur bringt vor allem dann etwas, wenn Videoproduktion, laufende Kampagnensteuerung und Landingpages intern nicht zu leisten sind, typischerweise ab einer zweistelligen Zahl an Ausbildungsplätzen pro Jahr. Wer ein oder zwei Azubis sucht, fährt mit einer aufgeräumten Karriereseite, einer gepflegten Anzeige und einem Praktikumsangebot fast immer günstiger. Achten Sie bei der Auswahl darauf, wem das produzierte Material gehört und ob die Agentur Bewerbungszahlen ausweist oder nur Reichweite. Reichweite füllt keine Ausbildungsplätze.
Ausbildungsmarketingkonzept: die sechs Punkte, die hineingehören
Ein Konzept muss nicht lang sein. Zwei Seiten reichen, solange sechs Punkte darin geklärt sind, und zwar schriftlich, weil sonst jedes Jahr wieder von vorn diskutiert wird.
Erstens das Ziel in Zahlen: Wie viele Azubis, in welchen Berufen, bis wann? Zweitens die Zielgruppe: Welcher Schulabschluss, welches Einzugsgebiet, wie weit darf der Schulweg sein? Daraus ergibt sich fast automatisch, welche Schulen Sie ansprechen. Drittens das Angebot, also das, was Sie inhaltlich versprechen: Vergütung, Übernahmechance, Führerschein-Zuschuss, eigenes Werkzeug, Auslandspraktikum. Viertens die Kanäle mit Verantwortlichem und Budget je Kanal. Fünftens der Bewerbungsweg: Wer antwortet binnen wie vielen Tagen, über welchen Kanal, und wer führt das Gespräch? Sechstens die Messung: Bewerbungen je Kanal, Zeit bis zur ersten Rückmeldung, Abbrecherquote im ersten Jahr.
Der letzte Punkt wird am häufigsten übersprungen und ist der wertvollste. Wenn Sie nach einem Jahr wissen, dass zwei Drittel Ihrer Azubis über Praktika und Empfehlungen kamen und keiner über die teure Messe, ist die Budgetfrage fürs nächste Jahr entschieden. Halten Sie außerdem fest, wer im Betrieb das Thema verantwortet. Ausbildungsmarketing, das niemandem gehört, findet nicht statt.
Zeitplan: Wann Sie welche Ausbildungsmarketing-Maßnahme starten
Der häufigste Fehler beim Auszubildende werben ist der Zeitpunkt. Wer im Mai eine Anzeige für den Ausbildungsstart im August schaltet, greift auf die Reste zurück. Die Entscheidung fällt bei vielen Jugendlichen rund ein Jahr vorher, spätestens mit dem Halbjahreszeugnis der Vorabgangsklasse.
Praktisch heißt das: Ausbildungsplätze für den kommenden Sommer gehören im Spätsommer oder Frühherbst des Vorjahres online, also etwa zwölf Monate vor Ausbildungsbeginn. In den Herbst fallen auch die meisten Ausbildungsmessen und Berufsorientierungstage der Schulen, dafür brauchen Sie Anmeldung und Material vorher. Der Winter ist die Phase der Bewerbungen und Gespräche, parallel laufen Schulpraktika, aus denen erfahrungsgemäß die besten Kandidaten kommen. Im Frühjahr sollten Verträge unterschrieben sein, danach beginnt die eigentlich wichtigste Phase: Kontakt halten. Zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag liegen oft vier bis sechs Monate, in denen Jugendliche abspringen, weil ein anderer Betrieb sich meldet und Sie nicht. Eine Einladung zum Sommerfest, ein Willkommenspaket oder ein Anruf der künftigen Ausbilderin kosten nichts und verhindern genau das.
Wer unterjährig nachbesetzen muss, hat bis in den Herbst hinein Chancen. Nachvermittlung über die Agentur für Arbeit und die Kammern läuft bis weit in das laufende Ausbildungsjahr, ein Start im Oktober oder November ist rechtlich unproblematisch.
| Ausbildungsmarkt: Kennzahl (Stichtag 30.09.2025) | Wert |
|---|---|
| Unbesetzte Ausbildungsstellen | 54.400 (−21,6 % zum Vorjahr) |
| Erfolglos suchende Bewerber | 84.400 (+19,9 %, höchster Wert seit 2010) |
| Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge | 476.000 (−2,1 %) |
| Bewerber je 100 betriebliche Stellen | 93 (Vorjahr: 86) |
Wichtig für die Einordnung: Am Interesse junger Menschen liegt es nicht. Laut der Jugendbefragung „Ausbildungsperspektiven 2025" der Bertelsmann Stiftung streben 43 % der Jugendlichen eine Ausbildung an, mehr als ein Studium (40 %). Viele finden sich aber in der Fülle der Informationen zur Berufswahl schlicht nicht zurecht. Genau hier setzt gutes Ausbildungsmarketing an: sichtbar sein, klar informieren, einfach erreichbar bleiben.
Die Studie Azubi-Recruiting Trends 2025 (über 5.400 befragte Schüler, Azubis und dual Studierende) zeigt zudem, wie viel Luft bei den Betrieben selbst noch ist: Nur 41,7 % der Bewerber erhalten inzwischen mehrere Angebote, der niedrigste Wert seit 2014, der Markt dreht sich also wieder leicht zugunsten der Betriebe. Gleichzeitig berichten 60 % der jungen Bewerber, schon einmal gar keine Antwort auf eine Bewerbung erhalten zu haben. Wer zügig und verbindlich antwortet, hebt sich allein damit vom Wettbewerb ab. Bemerkenswert auch: 61 % der Jugendlichen vertrauen bei der Berufswahl eher dem Rat ihrer Eltern als dem von Freunden, gutes Ausbildungsmarketing denkt die Eltern als Zielgruppe mit.
Aber welche Vorteile des Unternehmens kommen bei den Azubis besonders gut an? Der DGB-Ausbildungsreport 2025 nennt die wichtigsten Entscheidungsfaktoren bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs:
Ausbildungsmarketing Maßnahmen im Jahresverlauf
Azubi Recruiting scheitert selten an der Idee, sondern am Timing. Wer im Juni merkt, dass die Ausbildungsplätze zum 1. August leer bleiben, hat den Zyklus verpasst. Realistisch beginnt die Bewerbungsphase für den Ausbildungsstart im Sommer bereits im Spätsommer des Vorjahres, also rund zwölf Monate vorher. Bis dahin sollten die Ausbildungsanzeigen online sein, die Karriereseite eine eigene Unterseite je Ausbildungsberuf haben und die Lehrstellenbörse der zuständigen Kammer gefüllt sein.
Von Herbst bis Frühjahr laufen die persönlichen Maßnahmen: Ausbildungsmessen, Schulbesuche, Tage der offenen Tür und Praktikumsplätze. Ein Praktikum ist dabei das mit Abstand günstigste Instrument, weil beide Seiten sich vor der Entscheidung kennenlernen und die Abbruchquote sinkt. Ab Mai kippt der Markt: Betriebe, die noch suchen, konkurrieren mit den Nachrückern anderer Unternehmen. Hier zahlen sich kurzfristig geschaltete Anzeigen aus und der Rückgriff auf Bewerber, die man selbst absagen musste, aber gut fand. Ein einfacher Kalender mit vier Phasen (Vorbereitung, Sichtbarkeit, Auswahl, Nachrücken) reicht als Steuerungsinstrument, ein aufwendiges Projektmanagement braucht dafür niemand.
| Entscheidungsfaktor | Anteil der befragten Azubis |
|---|---|
| Gute Erreichbarkeit / Nähe zum Wohnort | 59,3 % |
| Gutes Arbeitsklima | 58,2 % |
| Passende Arbeitszeiten | 54,1 % |
| Gute Ausbildungsbedingungen | 41 % |
Die Übernahmeperspektive bleibt ebenfalls ein zentrales Argument, mit einer bemerkenswerten Pointe: 41,5 % der Azubis wissen laut DGB selbst im letzten Ausbildungsjahr noch nicht, ob sie übernommen werden. Eine frühe, verbindliche Übernahmezusage ist damit ein echtes Differenzierungsmerkmal. Auch die Vergütung zählt: Die tariflichen Ausbildungsvergütungen lagen 2025 im Schnitt bei 1.209 Euro brutto im Monat (+6,7 % zum Vorjahr), die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung liegt für Ausbildungsbeginn 2026 bei 724 Euro im ersten Lehrjahr. Wer über Tarif zahlt oder transparente Zusatzleistungen bietet, sollte das in der Stellenanzeige offensiv kommunizieren.
Die richtigen Instrumente im Ausbildungsmarketing
Bei der Suche nach neuem, qualifiziertem Personal ist es wichtig, schrittweise vorzugehen. Die Mitarbeitersuche sollte sich wie folgt gestalten:
Social Media Marketing
Vor allem junge Leute nutzen vermehrt Online-Medien. Setzen Sie daher unbedingt auf digitales Recruiting. Social Media Kanäle eignen sich dafür besonders gut. Informieren Sie sich vorher gut über die gängigen Plattformen & nutzen Sie diesen innovativen Weg der Mitarbeitersuche im Rahmen von Instagram Recruiting, Facebook Recruiting, TikTok Recruiting und Pinterest Recruiting. Aber auch soziale Netzwerke wie Reddit, Youtube oder Twitch, die gerade bei den Generationen Y und Z “in” sind, sollten in einem ausgewogenen Marketingmix vorhanden sein.
Wo die Zielgruppe tatsächlich steckt, zeigt die JIM-Studie 2025: 96 % der 12- bis 19-Jährigen nutzen WhatsApp regelmäßig, gefolgt von Instagram (63 %), Snapchat (56 %) und TikTok (53 %), und 39 % nutzen bereits regelmäßig ChatGPT zur Informationssuche.
Wichtig für die Strategie: Social Media ist vor allem das Schaufenster. Laut Azubi-Recruiting Trends 2024 suchen nur 27 % der jungen Bewerber aktiv über Social Media nach Ausbildungsplätzen: 83 % nutzen dafür häufig Google, 58 % Online-Jobbörsen. Zugleich gelten Instagram und TikTok als wichtige Begleitkanäle, um echte Einblicke in den Ausbildungsalltag zu geben. Authentizität schlägt dabei inszenierte Hochglanz-Clips.
Karrierewebsite und One-Click-Bewerbungen
Die Karriereseite auf Ihrer Unternehmens-Website ist besonders wichtig. Sie kann der erste Kontaktpunkt mit Ihrer Arbeitgebermarke sein & sollte deshalb alle relevanten Informationen zu Unternehmenskultur, offenen Vakanzen und Fakten wie Unternehmensstandorte beinhalten. Achten Sie darauf, dass die Seite auch auf dem Smartphone und Tablet funktioniert, also mobil optimiert ist und so überall und jederzeit aufrufbar ist. Am einfachsten haben es Schüler, wenn sie sich per One-Click-Methode bewerben können. Das heißt, der Bewerbungsprozess sollte bei der Rekrutierung von Azubis so schnell und einfach gehalten werden, wie nur möglich. Schließlich haben Schüler noch keine seitenlangen Lebensläufe oder Arbeitszeugnisse, die sie anhängen könnten. Wie groß die Lücke in der Praxis ist, zeigt die Studie Azubi-Recruiting Trends 2025: 37,6 % der Bewerbungsprozesse funktionieren nicht vollständig am Smartphone, nur 54,3 % der Betriebe erlauben eine Bewerbung ohne Registrierung, und nur 31,5 % verzichten auf das klassische Anschreiben. Wer diese drei Hürden abbaut, ist einem großen Teil der Konkurrenz bereits voraus.
Chatbots & digitale Assessmenttests
Sie können zusätzlich Chatbots in Ihre Karrierewebsite oder Facebookseite einbauen, welche die Zielgruppe über die Ausbildungsstelle und das Unternehmen informieren. Außerdem können so gezielt schon Fragen zu den wichtigsten Qualifikationen der Bewerber abgefragt werden. Auch Berufstests oder Einsteiger Assessments können interessierte Jugendliche motivieren auf Ihrer Website aktiv zu werden.
Präsenz auf Messen, Praktika & Schulmarketing
Eine weitere beliebte Möglichkeit Ausbildungsmarketing zu betreiben, ist der direkte Kontakt zu den Jugendlichen. Sie können mit den Bildungsstätten eine Kooperation eingehen. Hängen Sie an Schulen publikumswirksame Werbeplakate auf oder verteilen Sie “Giveaways” mit dem Unternehmenslogo. Innerhalb von Gymnasien und Mittelschulen gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, um in der Nachwuchsrekrutierung Schulmarketing zu betreiben. Auch Informationsveranstaltungen helfen. Bieten Sie nach Möglichkeit Praktika-Plätze an, um den Schülern einen ersten Einblick in Ihr Unternehmen zu ermöglichen. So unterstützen Sie aufstrebende Auszubildende mit Praktikumsaufenthalten bei ihrer Berufsfelderkundung, greifen potenzielle Interessen- und Nischengruppen mit auf und bieten später eine breitere Entscheidungsbasis bei der Ausbildungswahl. Auch Ihr Auftritt bei speziellen Karrieremessen für Schüler und junge Menschen kann sich positiv für Sie auswirken. Seien Sie präsent und machen sich attraktiv. Um talentierte Auszubildende zu finden, sollte Ihre Werbung für Ausbildungsplätze an einer beliebten Ausbildungsmesse der Region nicht fehlen. Die Wirkung von Praktika ist dabei messbar: Laut DGB-Ausbildungsreport 2025 war für 27,2 % der Azubis ein Praktikum die wichtigste Hilfe bei der Suche nach dem Ausbildungsplatz, direkt nach Tipps aus Familie und Freundeskreis (50 %). Eine IHK-Befragung in Ostdeutschland (2024) bestätigt: 70 % der Betriebe nutzen Schnupperpraktika zur Azubi-Gewinnung, für jeden zweiten Azubi war das Praktikum das hilfreichste Angebot der Berufsorientierung.
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Ihr erfolgreiches Ausbildungsmarketing-Konzept
Ohne Ausbildungsmarketing Konzept verlieren Sie schnell den Faden. Daher geben wir Ihnen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Sie können diese für Ihr Unternehmen anpassen, Ausbildungsmarketing Ziele verfolgen und neue Auszubildende gewinnen.
- Erstellen Sie für Ihr Unternehmen eine Karriereseite. Dort stellen Sie die offenen Ausbildungsstellen vor und bieten den Jugendlichen die Möglichkeit der Bewerbung.
- Nutzen Sie für das Recruiting Social-Media-Kanäle, Stellenanzeigen zu schalten. Damit präsentieren Sie Ihre Firma und Ihre Arbeitgebermarke nach Außen. Hier erreichen Sie Schüler und angehende Azubis in ihrer Freizeit und können authentische Einblicke in den Arbeitsalltag des Unternehmens geben. Social Media ist heutzutage der beste Ort für die Platzierung von Werbung für freie Ausbildungsplätze.
- Nutzen Sie online Jobbörsen für Ihre Ausschreibungen der Ausbildungsstellen. Achten Sie darauf, die Stelle gut zu beschreiben. Was bieten Sie? Was suchen Sie und warum ist Ihr Unternehmen das richtige für angehende Azubis?
- Nehmen Sie an Karrieremessen und Infoveranstaltungen für Schüler und Jugendliche teil und kommen Sie direkt ins Gespräch mit Ihren neuen Azubis. So können Sie kompetente Nachwuchskräfte persönlich von ihrem Unternehmen überzeugen & Auszubildende anwerben.
Ideen & Maßnahmen im Ausbildungsmarketing
Wir haben zum Abschluss noch 7 Tipps für die beste Umsetzung des Ausbildungsmarketings:
- Erstellen Sie sich ein Ausbildungsmarketing Konzept. Recruiting ohne Konzept führt selten zum Erfolg.
- Nutzen Sie eine für Ihr Unternehmen sinnvolle Kombination der Ausbildungsmarketing-Instrumente und Maßnahmen.
- Bleiben Sie authentisch und lassen Sie ein Team aus Mitarbeitern für das Unternehmen sprechen.
- Die Azubi Recruiting Trends gehen mit dem Wandel der Zeit. Haben Sie keine Angst vor Veränderung und wachsen Sie mit. Scheuen Sie sich nicht, bei der Akquise von Azubis neue Wege zu gehen und erproben Sie Social Media Recruiting als neuen Marketingkanal für Werbung für Ausbildungsplätze.
- Legen Sie einen Talentpool mit Bewerbern an, die Sie derzeit nicht berücksichtigen können. Wenn sie Potenzial zeigen, können Sie später auf sie zurückgreifen.
- Beschreiben Sie im Azubi Recruiting den Ablauf der Ausbildung. Das interessiert die jungen Bewerber am meisten.
- Keiner sucht die Kopie eines anderen Unternehmens. Daher gilt: Bleiben Sie einzigartig!
Wenn Sie sich für das Azubi Recruiting entscheiden, können wir ein wertvoller Teil ihres Azubimarketings werden. Wir sind seit vielen Jahren auf zielgruppengenaues Social Media Recruiting spezialisiert. Profitieren Sie von unserer Reichweite und finden Ihre neuen Azubis direkt in Ihrer Region.
Erfolgsbasierte Personalvermittlung durch HR Rocket
Haben Sie Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden? Lassen Sie sich bei Ihrer Personalsuche von HR Rocket unterstützen. Profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung als Personalvermittlung & unserer Branchenkenntnis. HR Rocket ist Ihr Ansprechpartner für qualifizierte Fachkräfte & schwer zu besetzende Stellen.
So informieren sich Jugendliche heute
Zum Abschluss noch einmal kompakt: Wo erreichen Sie junge Menschen, und welche Informationen geben am Ende den Ausschlag?
Teil des Employer Brandings von Unternehmen ist das Azubi-Recruiting oder Ausbildungsmarketing. Wie im allgemeinen Personalmarketing ist auch das Azubi-Recruiting für die Personalbeschaffung zuständig. Speziell für Schüler und junge Menschen werden Marketingmaßnahmen ergriffen, um diese für das eigene Unternehmen zu gewinnen und sie auszubilden. So werden talentierte Nachwuchskräfte durch außergewöhnliche Ideen für Werbung im Netz & auf Social Media am besten gewonnen. In der Personalgewinnung spricht man auch von Recrutainment, wenn in unterhaltsamen medialen Inhalten Stellenausschreibungen verbaut werden, sodass diese größere Aufmerksamkeit im Netz erhalten. So können Unternehmen auf Lehrlingssuche spannende Einblicke in die Arbeitswirklichkeit geben, junge Schulabgänger bei ihrer Berufsorientierung unterstützen und die Bewerberzahlen erhöhen.
Junge Mitarbeiter finden Sie heutzutage über eine Vielzahl von Social-Media-Kanälen. Dabei gilt es, je nach Bewerbergruppe die Kandidatenansprache anzupassen und die medialen Inhalte an den Fachkräftenachwuchs anzugleichen:
- Instagram (gehört zu Meta)
- TikTok
- Twitch
- Youtube
Diese ausbildungsrelevanten Informationen sind ausschlaggebend für die Entscheidung der Jugendlichen für ein Ausbildungsunternehmen:
- Genaue Aufgabenbeschreibung der Ausbildung
- Zukunftsperspektiven und Karrieremöglichkeiten
- Image des Unternehmens
- Übernahmegarantie
Junge Menschen informieren sich in erster Linie durch ihre Eltern und in der Schule. Außerdem lassen Sie sich von Social Media Werbung beeinflussen und nehmen auch darüber unbewusste Impulse wahr. Auch spezielle Messen werden viel besucht und gerne angenommen, da der direkte Kontakt zu den Mitarbeitern interessanter Unternehmen möglich ist.
Auszubildende heute, die der Generation Z angehören, legen viel Wert auf das Image des Unternehmens, bei dem sie eine Ausbildung machen.
Strenge Hierarchien und “Lehrjahre sind keine Herrenjahre” haben ausgedient. Kommunikation auf Augenhöhe, interessante Aufgaben und Wertschätzung gehören heute zum Azubi-Alltag. Die digitale Transformation hat auch im Azubi Recruiting Einzug gehalten, sodass Onlinebewerbungen die einst zum Goldstandard gehörenden Papierbewerbungen abgelöst haben.
HR Rocket erreicht mit einem Netzwerk aus exakt 131 eigenen Jobbörsen und zielgenauem Social Media Recruiting die passenden jungen Menschen, genau in Ihrer Region und dort, wo sie täglich sind: online. Wie das konkret funktioniert, lesen Sie im Ratgeber Stellenanzeigen schalten.
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Lisa Werner
Gestaltung & Kundenbetreuung, HR Rocket GmbH
Lisa Werner ist seit der ersten Jobbörse 2012 Teil von HR Rocket und kennt die Entwicklung des Familienunternehmens aus erster Hand, vom regionalen Portal bis zum Netzwerk mit 131 eigenen Jobbörsen. Als Gestalterin und Kundenbetreuerin gestaltet sie Stellenanzeigen und begleitet Arbeitgeber persönlich von der ersten Kampagne bis zur erfolgreichen Einstellung.